Grand Canyon:

Um 5 Uhr klingelt der kleine lila Reisewecker. Zum Frühstück gibt es Zimtschnecken (6 Stück für $1.99, hatten wir am Vortag im Safeway in Flagstaff erstanden) und Kakao aus dem Tetrapak. Um 6:15 Uhr sind wir am Bright Angel Trailhead.

Landkarte Bright Angel Trail Trailhead bis Indian Garden

Übernachtet hatten wir in der Bright Angel Lodge, so dass der Trailhead quasi vor der Haustür liegt. Ausgestattet mit leckeren Sandwiches, unzähligen Tütchen Trailmix (Erdnüsse, Studentenfutter), Chips, Müsliriegeln und 6 Litern Gatorade und Wasser pro Person machen wir uns auf den Weg. Das Licht ist sensationell und es sind noch wenige Wanderer unterwegs. Bereits am 1,5 Mile Resthouse ist es warm genug, um die Hosenbeine abzuzippen.

Sonnenaufgang auf dem Bright Angel Trail

Unterwegs auf dem Bright Angel Trail

Wegschleife des Bright Angel Trail

Es ist jetzt 7:15 Uhr und wir treffen die erste Muli-Karawane.

Mulikarawane auf dem Bright Angel Trail

Der Trail verfärbt sich rot.

Bright Angel Trail unterhalb des 3 Mile Resthouse

Unterhalb des 3-Mile-Resthouse wechselt die Vegetation, hier befindet sich die Trennlinie zwischen Wald und Wüste. Der nächste Wegabschnitt nennt sich Jacobs Ladder, dabei handelt es sich um eine Reihe enger Switchbacks, die uns beim Aufstieg später viel Freude bereiten werden.

Jacobs Ladder Switchbacks des Bright Angel Trail

Hinweisschild an der Kreuzung von Bright Angel Trail zur Phantom Ranch, Tonto East und Tonto West zum Plateau Point

Lizard am Bright Angel Trail

Mit gutem Tempo erreichen wir nach ca. 2 1/2 Stunden gegen 8:45 Uhr Indian Garden.

Indian Garden

Indian Garden ist eine grüne Oase inmitten dieser trockenen Wüste. Hier machen wir eine kurze Pause und stärken uns, bevor wir zum Plateau Point gehen.

Landkarte Bright Angel Trail Indian Garden bis Phantom Ranch

Auf dem Weg über das Tonto Plateau gibt es keinen Schatten und die Sonne brät unsere Hirne trotz Kopfbedeckung reichlich gar (rund 35°C).

Weg über das Tonto Plateau

Weg über das Tonto Plateau

Bis zum Plateau Point brauchen wir ca. 40 Minuten. Der Ausblick von dort ist atemberaubend.

Ausblick vom Plateau Point in den Grand Canyon und auf den Colorado

Panorama am Plateau Point

Der Colorado River ist braun vom Schlamm und von den mitgeführten Sedimenten. Beim Blick zurück Richtung South Rim fühlen wir uns nicht wie in einer Schlucht, sondern wie auf einer Ebene, umgeben von Bergen. Vor uns liegt eine rund 400 Meter tiefe Schlucht (die Inner Gorge), auf deren Grund wir den Colorado rauschen hören. Uns werden nun wirklich die Dimensionen des Grand Canyon bewusst... dieses Gefühl bleibt unvergesslich und wir wissen, wofür wir die Anstrengung dieser Tageswanderung auf uns genommen haben. Ein leicht unbefriedigtes Gefühl bleibt, denn nun wollen wir den Fluss näher sehen, berühren, spüren... somit ist klar: wir kommen wieder und das Ziel ist dann die Durchquerung des Canyons von Norden nach Süden.

Um 10:50 Uhr sind wir zurück am Indian Garden und machen eine ausgedehnte Lunchpause im Schatten.

Ausruhen in Indian Garden

Bevor wir den Aufstieg beginnen füllen wir unsere leeren Trinkblasen auf. Um 11:45 Uhr treten wir den Rückweg zum South Rim an.

Unterwegs von Indian Garden zum South Rim

Am 3-Mile-Resthouse betreut eine Rangerin einen Wanderer, der mit nur einem Liter Wasser und nicht angemessener Bekleidung (ohne Kopfbedeckung!!) den Abstieg gewagt hatte und nun keuchend und rot angelaufen am Resthouse gestrandet war. Mühsam wird der Mann zurück zum Rim geleitet. Um 15:20 Uhr erreichen wir wieder den South Rim. Die Gelenke schmerzen und die Klamotten sind mehr als staubig.

Wir duschen und nehmen anschließend den Bus zum Trailview Overlook, um uns den heute gewanderten Weg vom Rim aus anzusehen.

Ausblick vom Trailview Overlook auf den Bright Angel Trail

Der Trail liegt nun komplett im Schatten, nur am Plateau Point brennt noch immer die unbarmherzige Sonne.

Ausblick vom Trailview Overlook auf den Bright Angel Trail

Ausblick vom Trailview Overlook auf den Bright Angel Trail

Zu Fuß geht's zurück am Rim entlang. Der (äh) kulinarische Lohn für die Anstrengung des heutigen Tages ist ein gigantischer Burrito in der Cafeteria der Maswik Lodge...